BAI veröffentlicht Studie zu Unternehmenskreditfinanzierungen durch Nicht-Banken in Deutschland

Der Bundesverband Alternative Investments e.V. (BAI), die zentrale Interessenvertretung der Alternative-Investments-Branche in Deutschland, hat heute die Studie „Unternehmenskreditfinanzierungen durch Nicht-Banken in Deutschland“ vorgestellt. Es ist die erste Studie zum Kreditfondsmarkt in Deutschland, die die Sichtweisen der drei relevanten Marktakteure Unternehmen, Kreditfonds und institutionelle Investoren gesamtheitlich darstellt. Neben den definitorischen und rechtlichen Grundlagen enthält die Studie einen aktuellen Marktüberblick und dezidierte Informationen zu den drei Marktakteuren, die insbesondere auf BAI-Umfragen und Interviews im Zeitraum Sommer/Herbst 2018 basieren.

16. April 2019

In Deutschland sind rund 35 reine Unternehmenskreditfonds aktiv, die im Jahr 2017 über ein Gesamtvolumen von ca. 17,5 Mrd. US$ (Quelle: Preqin) verfügten und im deutschen Mittelstand vor allem Wachstums- und Übernahmefinanzierungen bereitstellen. Diese Unternehmen liegen überwiegend im oberen Sub-Investment-Grade-Bereich und haben vorwiegend ein EBITDA zwi-schen 5 Mio. und 25 Mio. Euro und dementsprechend einen Umsatz von 25 Mio. bis 75 Mio. Euro. Die von den Kreditfonds bereitgestellten Kredite weisen mit 5 bis 100 Mio. Euro eine große Sprei-zung auf.

Mit Blick auf diese Kennziffern erläuterte Matthias Erb, BAI-Vorstandsmitglied und zuständig für das Ressort Alternative Markets: „Der deutsche Mittelstand bietet viel Potential für das weitere Wachstum der Kreditfonds in Deutschland. Es gibt tausende Unternehmen, die für eine Finanzie-rung durch Kreditfonds in Frage kommen und für die Kreditfonds ideale Begleiter für Wachstum und Übernahmefinanzierungen sind. Besonders bei längeren Laufzeiten, herausfordernden Ge-schäftsentwicklungen und im Sub-Investment-Grade-Bereich des deutschen Mittelstandes können Kreditfonds ihre Vorteile ausspielen.“

Angestoßen und begleitet wird das Wachstum der Kreditfonds durch die Nachfrage institutioneller Investoren. Diese kommt in Deutschland nicht nur von großen, globalen Versicherungskonzernen, sondern auch von Pensionskassen, Versorgungswerken und vielen weiteren, eher kleineren Inves-toren. Der Hauptgrund für ein Engagement in Kreditfonds ist gem. Studie die gute Rendite-Risiko-Relation, gefolgt von Diversifikation und die Verwendung als Anleihen-/Rentenersatz aufgrund stabiler regelmäßiger Erträge.

Andreas Kalusche, BAI-Vorstandsmitglied und ebenfalls zuständig für das Ressort Alternative Markets, kommentierte dies wie folgt: „Alle Investoren in Deutschland haben längst den Kredit-fondsmarkt für Unternehmenskredite als festen Bestandteil ihrer Portfolioentscheidung einbezo-gen und sehen diesen als Alternative zu herkömmlichen Fixed-Income-Anlagen an. Da Corporate Private Debt in Deutschland auch auskömmliche Renditen und Besicherungen für Investoren bietet, wird sich dieser Markt auch von der Nachfrageseite her weiter positiv entwickeln.“

Domiziliert sind die in Deutschland tätigen Fonds vorwiegend in Luxemburg und bislang haben nur kleinere Kreditfonds, die in den Bereichen Restrukturierung (Distressed Debt) und Sondersituatio-nen aktiv sind, ihren Sitz in Deutschland.

Hierzu erläuterte Frank Dornseifer, Geschäftsführer des BAI: „Aufgrund der europäischen Ausrich-tung der meisten Kreditfonds ist die Wahl des Standortes Luxemburg nicht verwunderlich. Zwar wird in der Umfrage die deutsche Regulierung nicht grundsätzlich moniert, gut abgestimmte und pragmatische Regulierung, aber auch bestehende Strukturen geben dann häufig eben doch Anlass für die Standortwahl Luxemburg. Wir hoffen aber, dass das Momentum bei kleinen Fonds, die zum Teil eben doch in Deutschland gegründet werden, anhält. Gerade hier wollen wir auch als Verband ansetzen und bestehende Hürden aus dem Weg räumen.“

Insgesamt sieht der BAI Corporate Private Debt in Deutschland auf dem Vormarsch. Dieser Markt wird zukünftig an Breite und Tiefe gewinnen. Aufgrund der deutschen Wirtschaftsstruktur und der (noch) hohen Bankendichte wird sich diese Entwicklung beispielsweise von der in den USA unterscheiden. Das Wachstum in Deutschland wird nicht kontinuierlich, sondern wie bisher mit Schwankungen erfolgen und sich über die bisherigen Schwerpunktbereiche Übernahme- und Wachstumsfinanzierungen hinaus erstrecken. Kreditfonds sind im Ergebnis eine wichtige Bereiche-rung für den Finanzplatz und erweitern die Finanzierungsopportunitäten des deutschen Mittel-stands komplementär zu Banken und weiteren marktbasierten Finanzierungsformen, die sich aktuell entwickeln.

Die Studie „Unternehmenskreditfinanzierungen durch Nicht-Banken in Deutschland“ kann auf der BAI-Homepage www.bvai.de heruntergeladen werden. Dort finden Sie auch die Zusammenfassung der Studie und weitere Informationen rund um das Thema Private Debt (insbesondere in der Rubrik „Themenschwerpunkte“).

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