BAI veröffentlicht Investor Survey 2019

Der Bundesverband Alternative Investments e.V. (BAI), die zentrale Interessenvertretung der Alternative-Investments-Branche in Deutschland, hat heute den BAI Investor Survey 2019 veröffentlicht, an dem 75 institutionelle Investoren aus Deutschland teilgenommen haben, die zusammen rund 900 Mrd. Assets under Management verwalten.

Der Fokus der Befragung lag auf dem Anlageverhalten von Versicherern, Pensionskassen/-fonds, Versorgungswerken und anderen institutionellen Investoren in Bezug auf gängige Alternative Investments wie Infrastruktur, Private Equity, Private Debt, Real Estate, Liquid Alternatives sowie Rohstoffe.

28. August 2019

BAI-Geschäftsführer Frank Dornseifer fasst die Ergebnisse der Investor Survey wie folgt zusammen: „Die Kernbotschaft der Investorenbefragung lautet: Alternative Investments sind elementarer Portfoliobaustein der deutschen Altersvorsorge! Und die Trendaussagen für die kommenden Monate und Jahre verdeutlichen, dass die Allokation – zum Teil deutlich – zunehmen wird. Richtig ist natürlich, dass das andauernde Niedrigzinsumfeld diesen Trend stützt, als Hauptgründe für ein Engagement in Alternative Investments nennen die Investoren aber dennoch die Portfoliodiversifikation und eine gute Rendite-Risiko-Relation. Gleichzeitig muss man aber auch konstatieren, dass die nächsten Jahre für die Kapitalanlage viele Herausforderungen und Unwägbarkeiten mit sich bringen. Ganz oben stehen hier aus Sicht der Investoren geopolitische Risiken und keine ausreichende Rendite bei Kapitalanlagen im Allgemeinen.“Besonders beliebt sind bei den teilnehmenden Investoren – neben Real Estate – sog. Private Markets Strategien wie Infrastruktur, Private Equity und (Corporate) Private Debt. Matthias Erb, BAI-Vorstandsmitglied und dort zuständig für das Ressort Alternative Markets, kommentiert dieses Ergebnis wie folgt: „Von den immerhin 75 teilnehmenden institutionellen Investoren haben 82% bereits in den letzten zwölf Monaten ihr Engagement in Alternative Investments erhöht. Von diesem bereits hohen Niveau soll nun die Allokation weiter ausgebaut werden. Unsere Befragung identifiziert in diesem Zusammenhang bei Versicherern ein besonderes Interesse bei Fremdkapitalfinanzierungen z.B. in den Bereichen Infrastruktur, Real Estate und Corporate Private Debt, aber auch im Segment Private Equity. Pensionsfonds und Pensionskassen hingegen wollen verstärkt in Eigenkapital investieren, insbesondere in den Bereichen Immobilien, Infrastruktur und Private Equity, erst dann folgen Fremdkapitalfinanzierungen.“Mit der geplanten zusätzlichen Allokation sind aber auch Herausforderungen verbunden, wie der BAI Investor Survey ebenfalls zu Tage bringt. Gerade bei Private Equity und Infrastruktur, aber auch bei Real Estate, werden die Herausforderungen insbesondere bei der tatsächlichen Verwendung und Investition der eingesammelten Gelder gesehen (Dry Powder bzw. Deal Flow), aber auch bei der Bewertung (Private Equity). BAI-Vorstandsmitglied Andreas Kalusche, ebenfalls zuständig für das Ressort Alternative Markets, verweist in diesem Kontext auf positive Erfahrungswerte der Investoren mit den jeweiligen Assetklassen, die im BAI Investor Survey ebenfalls dokumentiert werden: „Infrastruktur erfüllt die Investorenerwartungen in Bezug auf Diversifikationseffekte und stabile Cash-Flows in besonderem Maße, gleiches gilt für (Corporate) Private Debt; bei Private Equity haben die teilnehmenden Investoren gerade das Rendite-Risiko-Verhältnis hervorgehoben. Ich bin zuversichtlich, dass gerade diese Assetklassen hier auch in der Zukunft Potential haben.“ Neben einem thematischen Schwerpunkt zum Anlagesegment Private Debt, zu dem der BAI im April eine umfassende Studie mit wichtigen Erkenntnissen zu Unternehmensfinanzierungen durch Kreditfonds in Deutschland veröffentlichte, hatte der Investor Survey nachhaltiges Investieren (ESG) als weiteren Themenschwerpunkt. Hierzu erläutert BAI-Geschäftsführer Dornseifer: „ESG bzw. die Sustainable Finance Initiative der EU-Kommission treiben derzeit die AI-Branche und natürlich Investoren in besonderem Maße um. Sehr aufschlussreich waren die Rückmeldungen der teilnehmenden Investoren zum Umgang mit dieser Thematik und die Rückmeldung, dass sie mehrheitlich noch keine Erfahrungswerte mit nachhaltigen Investments gesammelt haben. Dabei bestimmt dieses Thema nun schon seit einigen Jahren die öffentliche Diskussion und die Auswirkungen von ESG-Risiken auf die Portfolien können dramatisch sein. Insofern muss diese Thematik von allen Beteiligten mit höchster Priorität angegangen werden. Die Rückmeldungen der Investoren zeigen allerdings, dass nicht nur die Festlegung der eigenen ESG-Strategie als eine der größten Herausforderungen angesehen wird, sondern fast gleichauf die aus der zukünftigen Regulatorik resultierende Unsicherheit. Hier sind Politik und Aufsicht gefordert, klug und unbürokratisch zu agieren.“Zum besseren Verständnis von ESG-Risiken und deren Auswirkungen auf die Kapitalanlage lädt der BAI am 26. September zu einem ganztätigen Workshop für Fondsmanager und Investoren ein. Der BAI leistet damit einen wichtigen Beitrag dazu, nachhaltiges Investieren assetklassenübergreifend zu etablieren.


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