Sollte die Rundmail nicht korrekt angezeigt werden, klicken Sie bitte hier!
Für eine optimale Darstellung der Rundmail tragen Sie bitte newsletter@bvai.de in Ihr Adressbuch ein.


BAI Diversifikation zählt.

Sehr geehrte Damen und Herren

mit heutigem Datum hat die BaFin das seit dem Frühjahr angekündigte Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken zur Konsultation gestellt (Konsultation 16/2019). Die Konsultationsfrist läuft bis zum 3. November 2019.

Ein Hinweis in eigener Sache: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des BAI Workshops zu ESG übermorgen Donnerstag, 26. September 2019, werden das konsultierte Merkblatt aus erster Hand vorgestellt bekommen: Matthias Wohlmann vom BaFin-Grundsatzreferat Investmentfondsaufsicht (WA 41) wird sich gerne den Fragen und der Diskussion von und mit den Workshopteilnehmenden stellen.

Hintergrund

Mit dem Merkblatt möchte die BaFin den von ihr beaufsichtigten Unternehmen eine Orientierung im Umgang mit dem immer wichtiger werdenden Thema „Nachhaltigkeitsrisiken“ geben – und führt zur Illustrierung zahlreiche Beispiele und Fragen an. Die BaFin sieht ihr Merkblatt als Kompendium von Good-Practices, das unter Berücksichtigung des Proportionalitätsprinzips in den beaufsichtigten Unternehmen Anwendung finden soll. Das Merkblatt ist somit eine sinnvolle Ergänzung der Mindestanforderungen an das Risikomanagement für Kreditinstitute, Versicherungsunternehmen und Kapitalverwaltungsgesellschaften. Die BaFin ist insbesondere an Aussagen zur Praxisnähe, den Beispielen und mögliche Auswirkungen und Interdependenzen interessiert.

Das Merkblatt soll sektorübergreifend Anwendung finden und dem Proportionalitätsprinzip folgen. Es ist in zehn Abschnitte gegliedert:

  • Allgemeines
  • Einführung
  • Strategien beaufsichtigter Unternehmen
  • Verantwortliche Unternehmensführung („Tone at the Top“)
  • Geschäftsorganisation
  • Risikomanagement
  • Risikomanagement: Stresstests einschließlich Szenarioanalysen
  • Auslagerung/Ausgliederung
  • Gruppensachverhalten
  • Verwendung von Ratings


Risikomanagement


Das Risikomanagement bildet den zentralen Punkt des Merkblattes. Dies entspricht auch der langjährigen Auffassung des BAI, wonach die Berücksichtigung von ESG-Kriterien schlicht modernem Risikomanagement entspricht, unabhängig davon, ob hierfür eine explizite gesetzliche Anforderung besteht oder nicht.

Die BaFin sieht Nachhaltigkeitsrisiken als Teilaspekt der bekannten Risikoarten. Eine separate Risikoart „Nachhaltigkeitsrisiken“ wird abgelehnt, da Nachhaltigkeitsrisiken auf alle bekannten Risikoarten einwirken und eine Abgrenzung kaum möglich wäre (Ziffer 2.7 des Merkblattes). Nachhaltigkeitsrisiken im Sinne des BaFin-Merkblattes sind Ereignisse oder Bedingungen aus den Bereichen Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung (siehe 2.3), deren Eintreten tatsächlich oder potenziell erhebliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Reputation eines Unternehmens haben können; dies schließt klimabezogene Risiken in Form von physischen Risiken und Transitionsrisiken ein.

Die bestehenden gesetzlichen Vorgaben, konkretisiert insbesondere durch die MaRisk, MaGo, KAMaRisk, sind in jedem Fall zu beachten, d.h. alle (wesentlichen) Risiken sind zu identifizieren, zu bewerten, zu überwachen, zu steuern und zu kommunizieren. Die Geschäftsleitung einer Kapitalverwaltungsgesellschaft sollte in Anlehnung an KAMaRisk 4.1  Tz. 3 bei der Beurteilung der Wesentlichkeit der Risiken für die Investmentvermögen und für die Gesellschaft regelmäßig und anlassbezogen auch Nachhaltigkeitsrisiken als Teilaspekt der bekannten Risikoarten in den Blick nehmen (siehe auch 2.7). Bei der regelmäßigen Gegenüberstellung des Gesamtrisikoprofils der Gesellschaft im Sinne von Abschnitt 4.1 Tz. 3 der KAMaRisk mit dem Risikodeckungspotenzial der Gesellschaft sollte in Anlehnung an KAMaRisk 4.3 Tz. 8 ebenfalls sichergestellt werden, dass die als wesentlich identifizierten Risiken einschließlich der in den verschiedenen Risikoarten erfassten Nachhaltigkeitsrisiken, unter Berücksichtigung von Risikokonzentrationen, abgedeckt sind.

Proportionalitätsprinzip

Die beaufsichtigten Unternehmen sind aufgefordert, einen ihrem Risikoprofil angemessenen Ansatz zu entwickeln, nachprüfbar zu dokumentieren und im Zeitablauf an sich verändernde Gegebenheiten anzupassen. Dies bedeutet, dass bei einem schwächer ausgeprägten Risikoprofil einfachere Strukturen, Prozesse und Methoden ausreichend sind. Je bedeutender aber die Nachhaltigkeitsrisiken für ein Unternehmen sind, desto aufwendigere Strukturen, Prozesse und Methoden erfordert das Proportionalitätsprinzip. Der mitunter lange Zeithorizont von Nachhaltigkeitsrisiken (insbesondere von physischen Risiken) stellt gerade weniger komplexe Unternehmen vor große Herausforderungen. Die BaFin ist sich bewusst, dass Nachhaltigkeitsrisiken aufgrund der häufig fehlenden historischen Datengrundlage, der vielen zu berücksichtigenden Faktoren und diverser Unsicherheiten über zukünftige Klima- und Politikszenarien teilweise schwierig zu messen und zu steuern sind; dies macht es umgekehrt aber auch erforderlich, bisherige Prozesse anzupassen und möglicherweise neue, innovative Mess-, Steuerungs- und Risikominderungsinstrumente zu entwickeln. Die beaufsichtigten Unternehmen sollten einen ihrem Risikoprofil angemessenen Ansatz entwickeln und umsetzen.

Der BAI wird das Merkblatt in seinem Fachausschuss Fonds- und Marktregulierung diskutieren und sich an der Konsultation beteiligen. Wir bitten unsere Mitgliedsunternehmen, ggf. Feedback, Anmerkungen und Kritik am Merkblatt bis Montag, 14. Oktober 2019 an die Geschäftsstelle zu richten.

Bei Rückfragen steht die Geschäftsstelle des BAI gerne zu Ihrer Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen

Frank Dornseifer
Geschäftsführer
Bundesverband Alternative Investments e.V. (BAI)
Poppelsdorfer Allee 106
53115 Bonn
+49 (0)228-96987-50
dornseifer@bvai.de
www.bvai.de


Der Bundesverband Alternative Investments e. V. (BAI) ist die zentrale Interessenvertretung der Alternative Investments-Branche in Deutschland. Der Verband versteht sich als Katalysator zwischen professionellen deutschen Investoren und anerkannten Anbietern von Alternative Investments-Produkten weltweit. Er setzt sich dafür ein, dass deutsche institutionelle bzw. professionelle Investoren ihre Kapitalanlage im Hinblick auf Alternative Investments, insbesondere mit Augenmerk auf die langfristige Sicherung der deutschen Altersvorsorge, einfacher und besser diversifizieren können. Der BAI fördert den Bekanntheitsgrad sowie das Verständnis für alternative Anlagen in der Öffentlichkeit und setzt sich für die wissenschaftliche Forschung ein. Er führt den Dialog mit den politischen Entscheidungsträgern sowie den zuständigen Aufsichtsbehörden und pflegt den Austausch mit nationalen und internationalen Organisationen und Verbänden. Der Verband verfolgt das Ziel, gesetzliche Reformen sowie eine Rechtsfortbildung im Interesse der Mitglieder und deren Anleger zu erreichen und attraktive und international wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für die Anlage in Alternative Investments zu schaffen. Der Kreis der BAI-Mitglieder, die sich aus allen Bereichen des professionellen Alternative Investments-Geschäfts rekrutieren, ist auf 218 Unternehmen angewachsen.


Verantwortlich:
Bundesverband Alternative Investments e.V. | Poppelsdorfer Allee 106 | D-53115 Bonn
Telefon: +49(0)228-96987-0 | Fax: +49(0)228-96987-90 | info@bvai.de | www.bvai.de

© Bundesverband Alternative Investments e.V.

Dies ist eine Rundmail des Bundesverbands Alternative Investments e.V. (BAI). Wir hoffen, dass die aufgeführten Informationen für Sie nützlich sind. Sie erhalten diese E-Mail, entweder weil Sie sich für den BAI-Newsletter registriert haben oder weil Sie mit dem Bundesverband Alternative Investments e.V. in Korrespondenz oder Geschäftsverbindung standen oder stehen. Wir geben keine E-Mail-Adressen weiter. Der Bundesverband Alternative Investments e.V. (BAI) respektiert Ihre Privatsphäre und möchte Ihre Zeit nicht durch unerwünschte E-Mails strapazieren. Wir weisen Sie deshalb auf Ihr Widerspruchsrecht nach Art. 21 Abs. 1 DSGVO hin: Danach haben Sie das Recht, der Verarbeitung Ihrer Daten jederzeit zu widersprechen. Sollten Sie widersprechen und künftig keine weiteren E-Mails von uns mehr erhalten wollen, füllen Sie bitte einfach das Abmeldeformular aus.