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BAI Diversifikation zählt.

Sehr geehrte Damen und Herren

die Europäische Wertpapieraufsichtsbehörde (ESMA) hat ihre endgültigen „Leitlinien für Liquiditätsstresstests von Investmentfonds veröffentlicht“ (Final Report Guidelines on liquidity stress testing in UCITS and AIFs) – die sowohl für alternative Investmentfonds (AIFs) als auch für Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren (OGAW) gelten. Beinahe gleichzeitig hat ESMA ebenfalls einen Rahmen für Stresssimulationen für den Investmentfondssektor entwickelt und veröffentlicht. Die von ESMA entwickelte Methode wird in ihrem gestern veröffentlichten Wirtschaftsbericht (ESMA Economic Report Stress simulation for investment funds 2019) ausführlich vorgestellt und von einer Fallstudie begleitet, in der sie auf 6.000 OGAW-Anleihenfonds angewendet wird.

Leitlinien für Liquiditätsstresstests von Investmentfonds

Die ESMA-Richtlinien verlangen von den Fondsmanagern, dass sie die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der von ihnen verwalteten Fonds stresstesten. Dazu gehören auch Rücknahmeanträge von Anlegern, die die häufigste und wichtigste Quelle für Liquiditätsrisiken sind und auch die Finanzstabilität beeinträchtigen könnten. Die Manager von AIFs und OGAW müssen sich des Liquiditätsrisikos der von ihnen verwalteten Fonds bewusst sein und Stresstests als Instrument zur Minderung dieses Risikos einsetzen. EU-basierte Fonds müssen regelmäßig die Widerstandsfähigkeit ihrer Fonds gegen verschiedene Arten von Marktrisiken, auch für das Liquiditätsrisiko, testen.

Die Fondsmanager müssen bei der Gestaltung der Szenarien, Richtlinien und Häufigkeit von Liquiditätsstresstests für die von ihnen verwalteten Fonds umfassende Richtlinien anwenden. Die Leitlinien empfehlen den Managern auch, die nationalen zuständigen Behörden (NCAs) über wesentliche Risiken und Maßnahmen zu informieren. Eine Richtlinie gilt auch für Verwahrstellen, die den Nachweis verlangen, dass der Fondsmanager über dokumentierte Verfahren für sein Liquiditätsstresstestprogramm verfügt.

Die ESMA-Leitlinien folgen den Empfehlungen des Europäischen Ausschusses für Systemrisiken (ESRB) vom April 2018, wie mit Liquiditäts- und Leverage-Risiken in Investmentfonds umgegangen werden kann. Im ESRB-Mandat wurde gefordert, dass die Grundsätze auf den in der Richtlinie über alternative Investmentfonds (AIFMD) festgelegten Stresstestanforderungen und der Art und Weise, wie die Marktteilnehmer Stresstests durchführen, basieren sollten.

Die Leitlinien werden am 30. September 2020 in Kraft treten. Die in den Leitlinien dargelegten Anforderungen ergänzen die Anforderungen an die Liquiditätsstresstests, die in den AIFM- und OGAW-Richtlinien festgelegt sind und bereits gelten.

Rahmen für Stressimulationen für den Investmentfondssektor

Der Rahmen für Stresssimulationen ist laut ESMA ein Schlüsselelement ihrer Stressteststrategie, die auch Richtlinien für Liquiditäts-Stresstests und für Stresstests von Geldmarktfonds enthält und werde wird ein wichtiges Instrument für die Aufsichtsbehörden sein, um die Risiken in der Vermögensverwaltungsbranche zu bewerten, da die von der ESMA entwickelte Methodik in den verschiedenen Sektoren der Branche angewendet werden kann.

ESMA hat bei der Anwendung des Stresssimulationsrahmens auf den OGAW-Anleihenfondssektor einen reinen Rücknahmeschock simuliert, bei dem eine große Anzahl von Anlegern beantragt, ihre Anteile am Fonds innerhalb kurzer Zeit zu reduzieren oder zurückzuziehen. Die Ergebnisse zeigen, dass die meisten Fonds insgesamt in der Lage sind, solche extremen, aber plausiblen Schocks zu bewältigen, da sie über genügend liquide Mittel verfügen, um die Rücknahmeanträge der Anleger zu erfüllen. Es werden jedoch Schwachstellen identifiziert, insbesondere bei High Yield (HY) Rentenfonds. Unter den strengen, aber plausiblen Annahmen unserer Simulationen könnten bis zu 40% der HY-Anleihenfonds einen Liquiditätsengpass aufweisen, d.h. eine Situation, in der ihre Bestände an liquiden Mitteln allein nicht ausreichen würden, um die im Schockszenario angenommenen Rücknahmen zu decken, und es müsste auf weniger liquide Mittel zurückgegriffen werden.

In einem zweiten Schritt wurden die Auswirkungen der Liquidation der Fonds auf die Finanzmärkte modelliert, da die Fonds Vermögenswerte verkaufen müssen, um die Rücknahmen der Anleger zu erfüllen, was zu einem Abwärtsdruck auf die Vermögenspreise führt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Gesamtpreiswirkung für die meisten Anlageklassen begrenzt ist, da die Verkäufe durch Fonds nur einen Bruchteil des gesamten Handelsvolumens ausmachen. Für Anlageklassen mit eingeschränkter Liquidität, wie HY-Anleihen und Emerging Markets (EM)-Anleihen, könnten Fondsverkäufe jedoch einen wesentlichen Einfluss haben, der von 150 bis 300 Basispunkten reicht, und wesentliche Zweitrundeneffekte generieren.

ESMA wird diesen Rahmen für die Stresssimulation im Rahmen ihrer regelmäßigen Risikoüberwachung nutzen, um Risiken zu identifizieren und mögliche nachteilige Szenarien zu bewerten, die sich auf die EU-Fondsbranche auswirken könnten.

Bei etwaigen Rückfragen und zum weiteren Austausch stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Frank Dornseifer
Geschäftsführer
Bundesverband Alternative Investments e.V. (BAI)
Poppelsdorfer Allee 106
53115 Bonn
+49 (0)228-96987-50
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