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Was sind Alternative Investments?

 Alternative Investments (AI) sind innovative Anlagestrategien und -konzepte, die der besseren Diversifizierung und Optimierung der Rendite-Risikostruktur des Portfolios dienen.

22. Juli 2020

Der Begriff wird oft mit Infrastruktur oder Private Equity verbunden, dabei erstreckt sich das Feld der AI jedoch ebenso auf die Bereiche Private Debt, Real Estate, Hedgefonds oder Rohstoffe sowie viele weitere Spezialitäten wie beispielsweise Flugzeug- oder Schiffsfinanzierung und auch Krypto-Assets. Da keine allgemeingültige Definition existiert, findet man diverse Auslegungen. Der BAI versteht unter AI die Investition in nicht traditionelle Anlageklassen (außerhalb von Aktien und Anleihen) oder die Investition in diese Anlageklassen unter Zuhilfenahme komplexer, nicht traditioneller Strategien.
 
Alternative Investments entwickeln sich zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Kapitalanlage insbesondere bei institutionellen Investoren wie Versicherungen, Pensionskassen/ -fonds oder Versorgungswerken, aber auch vermögenden Privatpersonen.

Eine trennscharfe Einteilung der einzelnen Klassen ist häufig schwierig. Hedgefonds beispielsweise können nach Anlageklassen und -strategien kategorisiert werden, ihr gemeinsamer Nenner aber ist häufig auch die Art und Weise oder der Zeitpunkt der Investition. Was die Anlageklassen und -strategien eint, ist die Tatsache, dass sie bei entsprechender Portfolioallokation zu einer deutlichen Verbesserung der Rendite/Risiko-Relation beitragen. Über den Diversifikationseffekt hinaus gibt es noch weitere Merkmale, die Alternative Investments kennzeichnen.

Private Equity
Private Equity (PE) ist ein Sammelbegriff für alle Arten von Investitionen in das Eigenkapital von nicht börsennotierten Unternehmen (Corporates). PE-Fonds, welche von Asset-Managern geführt werden, sammeln Kapital von Investoren ein und investieren dieses anschließend sukzessive in einzelne Zielunternehmen. Die Rolle der Asset-Manager besteht darin, geeignete Transaktionen ausfindig zu machen, sie zu analysieren, Vertragsverhandlungen und -abschlüsse mit den Zielunternehmen durchzuführen sowie in aller Regel auch das Management der Zielgesellschaft zu unterstützen. Diese Unterstützung kann dazu beitragen, das finanzierte Unternehmen organisatorisch und strukturell zu optimieren. Bei der Anlage in PE wird zwischen verschiedenen Investitionsphasen und Beteiligungsstrukturen unterschieden, für die jeweils spezifische Rendite- und Risikoaspekte gelten. Venture Capital gilt als eine der Ausprägungen von PE.
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Private Debt
Private Debt bezeichnet die Bereitstellung von Kapital durch Nicht-Banken ohne Einbeziehung des Kapitalmarktes. Nicht-Banken sind z.B. Private Debt Fonds, in denen institutionelle Investoren Ihr Kapital anlegen. Private Debt ist grundsätzlich eine eher illiquide Anlageform. Von Private Debt profitieren insbesondere die Kapitalnachfrager, welche nicht hinreichend von Banken finanziert werden, insbesondere mittelständische Unternehmen mittlerer Bonität. Das Private-Debt-Spektrum ist dabei sehr heterogen. Es umfasst insbesondere Fremdkapitalinvestitionen in Unternehmen (Corporate Private Debt), aber auch Kreditvergaben an Infrastrukturprojekte, für Immobilien sowie andere Sachwerte (wie z. B. Flugzeuge). Das Risiko-Rendite-Profil von Private-Debt-Investitionen hängt, neben dem Zweck der Finanzierung, vor allem von der gewählten Kredittranche ab. Zu unterscheiden sind hier insbesondere vorrangige von nachrangigen Krediten.
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Real Estate
Immobilieninvestments zählen zu den zentralen Allokationsbausteinen in den Portfolios institutioneller Investoren, da sie zur Diversifikation und damit zur Risikominimierung des Gesamtportfolios beitragen. Sie können per Direktinvestment erfolgen oder über spezialisierte Immobilienfonds. Neben dem Einsatz von Eigenkapital ist gerade für die Immobilienwirtschaft der Zugang zu Fremdkapital essentiell zur Umsetzung der Investitionsvorhaben. Segmente dieser Assetklasse sind Wohn-, Büro-, Einzelhandels-, Industrie-, Logistik- und Hotelimmobilien sowie weitere Spezialimmobilien (z. B. Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, Bildungsstätten usw.).
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Infrastrukturinvestments
Infrastrukturinvestments gibt es in vielen Formen. Sie unterscheiden sich insbesondere nach Sektoren, Projektphasen und Strategien und ermöglichen eine breite Vielfalt an Risiko-/ Renditeprofilen. Beispiele sind Transport- und Verkehrsinfrastruktur (bspw. Mautstraßen oder Schienen), öffentlich regulierte Energie- und Wasserversorgung, Kommunikationsinfrastruktur (bspw. Mobilfunk oder Satelliten) sowie Erneuerbare Energien. Soziale Infrastruktur umfasst z. B. Krankenhäuser sowie Bildungs- und kulturelle Einrichtungen. In Abhängigkeit der Projektphasen gibt es neu realisierte Greenfield-Projekte und Brownfield-Projekte, die auf bereits entwickelter Infrastruktur aufbauen.
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Hedgefonds
Ein Hedgefonds ist ein Investmentfonds, der nach hochentwickelten, nicht traditionellen Strategien investiert. Zur Erzielung absoluter Erträge in jedem Marktumfeld nutzen Hedgefonds-Manager Leverage und Short Positionen. Letztlich kann man sagen, dass Hedgefonds in traditionelle Assetklassen (wie Aktien und Anleihen) investieren, sie bedienen sich jedoch alternativer Strategien.
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Specialities
Als Specialities gelten Sonderformen alternativer Investments wie z. B. Insurance Linked Securities (ILS) und innovative Krypto-Assets. Auch Rohstoffinvestments und Investitionen in alternative Sachwerte wie z. B. Flugzeuge und Schiffe können den Spezialitäten der Alternative Investments zugeordnet werden. Das Feld der Specialties erstreckt sich darüber hinaus auf zahlreiche weitere Nischenthemen wie z. B. Kunst, Instrumente, Oldtimer oder Whisky.
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Rohstoffe
Zu Rohstoffinvestments zählen eine Vielzahl heterogener Zielinvestments. Dazu zählen klassischerweise Edelmetalle, Industriemetalle, Rohöl, Erdgas oder Agrarrohstoffe. Aufgrund der Heterogenität des Rohstoffsektors gibt es sicherlich verschiedene Wege, um Rohstoffe (Commodities) zu kategorisieren. Beispielsweise nach der Art ihrer Verwendung oder ob sie direkt konsumiert werden können oder lediglich als Arbeitsmittel bei der Herstellung anderer Produkte genutzt werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Unterscheidung in Hard und Soft Commodities, wobei Hard Commodities nicht nachwachsende Rohstoffe sind, die sich durch ihre begrenzte Verfügbarkeit auszeichnen. Soft Commodities hingegen sind nachwachsende und verderbliche Rohstoffe.